Smart Dog

Wer hat heutzutage eigentlich kein schlaues Telefon, also ein so genanntes Smartphone? Klar. Hat doch jeder. Meines ist sogar viel schlauer als ich selbst.

Damit kann man heute die tollsten Dinge anstellen, von denen man früher nicht einmal ahnte, dass man sie dringend braucht. Wer hatte damals schon einen Kompass in der Tasche oder eine Wasserwaage oder die Info, ob es derzeit in Posemuckel regnet?

Siehste. Eben.

Wir hatten ja nichts.

Den Bäcker um die Ecke haben wir mit unsern fünf Hirnzellen grad noch selbst gefunden und ob draußen die Sonne scheint, haben wir durch schlichtes durchs-Fenster-gucken geprüft. Wer dafür zu blöd war, hatte eben keinen Schirm und wurde nass. Leider bieten auch modernste Smartphones noch keinen Regenschutz, aber immerhin weiß man, dass man nass wird.

Außerdem kann man über diverse Anwendungen auch immer gucken, wo sich die Liebsten grad aufhalten. Damals, 1984, musste man dafür noch komplizierte Apparaturen installieren…Apps der Steinzeit gewissermaßen.

Das Möhrchen hat noch kein mobiles Telefon. Noch nicht.

Aber immerhin gibt es seit geraumer Zeit GPS-Ortungsgeräte, die wir wiederum mittels App auf unseren Handys prüfen können. Noch vor Jahren hätte ich gelächelt und behauptet, meine Hunde seien bestens erzogen, laufen niemals davon und daher seien solche Gimmicks nur Krücken für Menschen, deren missratene Tölen vernünftig ausgebildet gehören.

Wie so oft, wenn man sich über andere lustig macht, schlägt das Schicksal zu. Bei mir zog es bekanntlich in Form einer wunderschönen Straßenprinzessin ein, die ein großes Herz für die Jagd hat. In ihrem früheren Leben als Wanderhure kannte das Fiee keine Zäune und lebte in großer Freiheit. Nun, da wir sie in liebevolle Ketten gelegt haben, darf sie ihrer Passion nicht mehr frönen.

Sprich: Ableinen ist nicht.

Gatte ist der Meinung, ich hätte genügend Hunde ausgebildet, da wäre das doch keine Kunst, der Prinzessin das Jagen zu verleiden. Wann immer ich dann bedächtig nicke und bedeutungsschwanger den Kopf wiege, beeilt er sich mit dem Zusatz „Aber nicht wehtun, dem Möhrchen! Das hat es nicht verdient.“

Nein. Wehtun hat es nicht verdient. Hat im Grunde kein Hund. Nur…und nun wird es tricky…die Jagd ist ein selbstbelohnendes Verhalten. Da kann man durch ein herzhaft nachgerufenes „Nein, bleib hier!“ wenig ausrichten. Wenn das Tier erst mit leuchtenden Augen unterwegs ist, gepackt vom berauschenden Fieber und Feuer der Hatz, bleibt nicht viel mehr übrig, als den Rotwein zum Wildbret schon mal zu dekantieren.

So. Wehtun wollen wir dem Fiee also nicht. Was also dann?

Freilauf in wildarmem Gebiet und dann mal vorsichtig gucken, was passiert – das wäre also eine Lösung. Gatte hat von GPS-Geräten zur Ortung geliebter Wesen gehört und erteilt mir den Auftrag. „Kümmere Dich drum. Ich will sowas fürs Möhrchen.“

Hach. Arbeitsteilung in langjährigen Partnerschaften ist so einfach. Ein Träumchen.

Ich mache mich also auf den Weg und lese. Nutze Suchmaschinen. Lese mehr. Kämpfe mich durch Werbetexte und online-Rezensionen. Ich bin auf einer Mission. Oder besser gesagt: ich war auf einer Mission. Hui, Cliffhanger!

Schalten Sie auch demnächst wieder ein, wenn es heißt:

Möhrchen – the Smart Dog

2 Kommentare zu „Smart Dog

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